Donnerstag, 17. Mai 2018

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Montag, 9. April 2018

Stephanus-Preis für verfolgte Christen an Kardinal Zen aus Hongkong verliehen

(PM Stefanus-Preis für verfolgte Christen) Für seinen Mut und seine Beharrlichkeit im jahrzehntelangen Einsatz für die Freiheitsrechte, insbesondere der Religionsfreiheit, ist am Samstag in Bonn dem früheren Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, der „Stephanus-Preis für verfolgte Christen“ verliehen worden. Der stellvertretende Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, Bischof Thomas Schirrmacher, sagte in seiner Laudatio: „Ihr total friedliches und respektvolles, jedoch kühn und risikoreiches Handeln, in dem Sie sich für diejenigen erheben, die unterdrückt und verfolgt werden, macht Sie zu einem mehr als würdigen Empfänger des Stephanuspreises, der nach dem ersten christlichen Märtyrer benannt ist.“ Schirrmacher hob besonders die Rolle des katholischen Würdenträgers beim Zusammenschluss der Menschenrechtsverteidiger in Hongkong hervor, die sich jedes Jahr am 1. Juli, dem Jahrestag der Übergabe Hongkongs an China im Jahr 1997, gegen den politischen Einfluss der Kommunistischen Partei auf das System in der Sonderverwaltungszone zur Demonstration zusammenfinden. Der 86 Jahre alte Kardinal plant auch in diesem Jahr beim Protestmarsch der Civil Human Rights Front (Bürgerlichen Menschenrechtsfront) ganz vorne mit dabei zu sein. Als er im Jahr 2014 die Demonstranten aufforderte, wirklich zu zeigen, keine Sklaven, sondern frei sein zu wollen, wurden die Versammelten mit Tränengas angegriffen.

Bischof Schirrmacher, der auch Präsident des Internationalen Rates der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ist, erklärte, Kardinal Zen sei nicht nur eine klare Stimme gegen die Diskriminierung von Christen, sondern auch ein Verteider der Religionsfreiheit für alle Menschen, gleichgültig welcher Religionszugehörigkeit. „Und drittens ist er ein Symbol für die Menschenrechte im Allgemeinen, weit über religiöse Probleme hinaus.“

Sehr bewegend sei die Hungerstreik-Aktion des Kardinals 2011 im Alter von 79 Jahren gewesen, betonte Stiftungsvorsitzende Michaela Koller. Die Kommunistische Partei Chinas übte damals Druck auf Hongkongs Legislativrat aus und erreichte eine Gesetzesänderung, in deren Folge der Einfluss der katholischen Kirche auf rund 300 Schulen in ihrer Trägerschaft auf Unterrichtsinhalte zurück gedrängt wurde. Der Kardinal, der dem Orden der Salesianer Don Boscos angehört, habe erkannt, dass der Mensch, der Unterdrückung in der Erziehung oder in der Politik erleidet, sich nicht seiner Würde entsprechend entwickeln und entfalten kann.

In seiner Dankesrede vor rund 100 Zuhörern sagte Kardinal Zen: „Ich habe nie um die Gnade des Martyriums gebetet. Das Rot, das ich trage, erinnert mich an das Blut zahlreicher Brüder und Schwestern in China, lebende Märtyrer, ohne unbedingt im wörtlichen Sinne ihr Blut zu vergießen.“

Sämtliche totalitären Regime hätten nur ein Ziel, die Kontrolle über alles und über jeden. Inzwischen vermieden diese Herrscher, Menschen zu Märtyrern zu machen. „Sie wenden Drohungen und Bestechung an. Sie bedrohen Sie und Ihre Familie, sie bestechen Sie mit Geld und Ehren“, warnte er. Es genüge ihnen nicht, die Menschen körperlich zu versklaven, sondern sie hielten auch ihr Gewissen in Fesseln.

In den vergangenen Wochen sorgte der Kardinal weltweit mit seiner Warnung vor der Religionspolitik der Kommunistischen Partei Chinas und einem „faulen Kompromiss“ zwischen dem Vatikan und China für Schlagzeilen. Ein neues Religionsgesetz, das seit Februar in Kraft ist, sieht deutlich mehr Kontrolle vor, als ohnehin bereits ausgeübt wird.

Die Stiftung ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde. Die Stephanus-Stiftung hilft laut ihren Statuten verfolgten Christen in Not, aktuell irakischen Flüchtlingen im Libanon und Christen in Pakistan, etwa durch einen Zuschuss zum Lebensunterhalt oder zu Anwaltskosten, und deckt Verletzungen des Rechts auf Religionsfreiheit und deren Hintergründe auf. Zu den bisherigen Preisträgern zählen die syrisch-orthodoxe Ordensfrau Schwester Hatune Dogan, die auch „moderne Mutter Teresa“ genannt wird, der Patriarch von Babylon, Louis Raphael I. Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, Pfarrer Gottfried Martens, von der zur SELK (Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche) gehörenden Dreieinigkeitsgemeinde in Berlin-Steglitz und der am 7. April 2014 im syrischen Homs ermordete Jesuitenpater Frans van der Lugt. Im vorigen Jahr erhielt die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony den Preis, die in der Vergangenheit prominente Fälle vor Gericht verteidigte, in denen Christen fälschlich der Blasphemie angeklagt waren. Gründer der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ in Frankfurt ist der Oberstudienrat im Ruhestand, Wolfgang Link, aus Gegenbach im Schwarzwald. Die Vorstandsvorsitzende Michaela Koller ist Referentin der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt.

Mittwoch, 28. März 2018

Wir unterstützen unsere katholischen verfolgten Glaubensbrüder in China


Eminenz
Joseph Kardinal Zen Ze-kiun
Hong Kong – VRChina

Hochw. Eminenz,

Das Institut Plinio Corrêa de Oliveira, eine Bürgervereinigung, die das Werk des angesehenen Professors forsetzt, dessen Namen es trägt, und autonome Schwestervereine in den fünf Kontinenten, widmen sich der Verteidigung der grundlegenden Werte der christlichen Zivilisation. Ihre Direktoren, Mitglieder und Sympathisanten sind römisch-katholisch, die gegen die Angriffe von Kommunismus und Sozialismus kämpfen.
Der heroische Widerstand der romtreuen Untergrundkirche
Die fundamental antikommunistische Haltung, die sich aus den katholischen Überzeugungen der Mitglieder unserer Organisationen ergibt, wurde bestärkt durch den heroischen Widerstand der chinesischen romtreuen „Untergrundkirche“, deren Bischöfe, Priester und Millionen Katholiken sich weigern, der sogenannten Patriotischen Kirche, die gegenüber Rom schismatisch und von der zentralen Macht Pekings völlig abhängig ist, sich zu unterwerfen
„Selig die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist das Himmelreich!“ (Mt 5,10); „Wenn die Welt euch hasst, so wisst, sie hat mich vor euch gehasst. Wäret ihr von der Welt, würde die Welt euch als das Ihrige lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch auserwählt habe aus der Welt, darum hasst euch die Welt“ (Joh 15,18-19).
Widerstandserklärung von Plinio Corrêa de Oliveira in Jahre 1974
Diese göttlichen Worte Unseres Herrn Jesus Christus drücken unsere Bewunderung für die einzige katholische Kirche in China aus, die heute unter dem kommunistischen Stiefel steht und in Eurer Eminenz ein ausgezeichnetes Mitglied und Sprecher besitzt. Wir sehen in diesen verfolgten Katholiken weitere Brüder im Glauben, an die die von dem bedeutenden brasilianischen katholischen Denker und Mann der Tat Plinio Corrêa de Oliveira (1908-1995) verfasste Widerstandserklärung gerichtet ist. Corrêa de Oliveira ist der Gründer der Brasilianischen Gesellschaft zur Verteidigung von Tradition, Familie und Privateigentum (TFP) und Inspirator der TFPs und verwandten Organisationen in den fünf verschiedenen Kontinenten. Das Dokument trägt den Titel Die Enstspannungspolitik des Vatikans mit kommunistischen Regierungen - für die TFP: sich enthalten? Oder widerstehen? (1)
Wie E. Eminenz in dieser Erklärung von 1974 sehen können, bemühte sich die vatikanische Diplomatie um eine listige Politik der Annäherung an die kommunistischen Regime in Osteuropa und in Lateinamerika, die den wahren Katholiken schwer schaden und zur Unterwerfung der katholischen Kirche unter die roten Despoten führen würde.
Sympathien gegenüber den Kommunistischen Regimes: Ratlosigkeit unter den Katholiken
Am 7. April 1974 gab die Presse der größten Stadt Südamerikas (siehe „O Estado de S. Paulo“) ein Interview mit Msgr. Agostino Casaroli heraus, in dem dieser behauptete, dass auf der unglücklichen Insel Kuba, unterdrückt vom Fidel-Castro-Kommunismus, „die Katholiken glücklich sind innerhalb des sozialistischen Regimes“. Und weiter sagte Msgr. Casaroli: „Die kubanische katholische Kirche und ihr geistlicher Leiter versuchen immer, dem sozialistischen Regime, das die Insel regiert, keine Probleme zu bereiten.“
Diese Äußerungen des hohen vatikanischen Gesandten, — die mit Positionen anderer Prälaten, die mit dem Kommunismus zusammenarbeiteten, übereinstimmten —, riefen bei den Katholiken, die der unveränderlichen sozialen und wirtschaftlichen Lehre Leos XIII., Pius XI. und Pius XII. folgten schmerzhafte Überraschungen und moralische Traumata hervor. Diese Ostpolitik, wie sie benannt wurde, war eine Quelle der Ratlosigkeit und der Sorge und erweckte im Innersten vieler Seelen die schmerzlichsten Dramen. Denn weit über die sozialen und wirtschaftlichen Belange hinaus erreichten sie das grundlegendste, lebendigste und zärtlichste in der Seele eines römisch-apostolischen Katholiken: seine geistliche Bindung an den Stellvertreter Jesu Christi.
Die Entspannungsdiplomatie des Vatikans mit den kommunistischen Regierungen warf eine äußerst peinlichen Gewissensfrage auf: Ist es den Katholiken erlaubt, eine vom Heiligen Stuhl empfohlene Richtung nicht einzugehen? Ist es legitim, den Widerstand gegen den Kommunismus aufzugeben?
China heute: Bischöfe werden zum Rücktritt bedrängt
Heutzutage befinden wir uns in einer ähnlichen, doch wesentlich gefährlicheren Situation, angesichts der Politik des Vatikans bezüglich der sogenannten Peking-hörigen Patriotischen Kirche.
In der Tat war die katholische Welt schockiert über den China-Besuch einer vatikanischen Delegation unter der Leitung von Erzbischof Claudio Maria Celli, der im Auftrag von Papst Franziskus die legitimen Hirten der Diözesen Shantou und Mindong bat, ihre Diözesen und Herden den unrechtmäßigen, von der kommunistischen Regierung ernannten und somit von Rom getrennten Bischöfen zu übergeben.
Merkwürdige Lobeshymnen und mitschuldiges Schweigen
Als erschreckende und verstärkte Wiederholung der Äußerungen von Msgr. Casaroli auf Kuba wurden die Worte von Msgr. Marcelo Sánchez Sorondo, Kanzler der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften und der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften, bekannt als enger Berater des Heiligen Vaters, vernommen. Laut der Turiner Zeitung La Stampa vom 2. Februar diesen Jahres sagte er: „In diesem Moment sind jene, die die Soziallehre der Kirche am besten verwirklichen, die Chinesen [...]. Die Chinesen suchen das Gemeinwohl, unterordnen die Dinge dem Allgemeinwohl.“
Nach dem Besuch des Landes, das von einer noch härteren Diktatur zerschlagen wurde als das Kubanische, hat Msgr. Sánchez Sorondo, weiter in der Art von Msgr. Casaroli erklärt: „Ich habe ein ausgezeichnetes China vorgefunden; was die Menschen nicht wissen, ist, dass das zentrale chinesische Prinzip Arbeit, Arbeit, Arbeit ist. Es gibt keine Slums, keine Drogen, die Jugend hat keine Drogen [...] [China] verteidigt die Würde der Person [...]”.
Kein einziges Wort über die religiöse Verfolgung, die der Kommunismus unseren Glaubensbrüdern auferlegt — Bischöfen, Priestern und eingesperrten Gläubigen —, und auch nicht über die systematische und universelle Verletzung der Grundrechte des nach dem Ebenbild Gottes geschaffenen Menschen.
Die umstrittenen und falschen Aussagen dieses hochrangigen vatikanischen Prälaten gehen weit hinaus über die Äußerungen von Msgr. Casaroli im Jahre 1974 auf Kuba hinaus, und verletzen viel tiefer das aufrichtige christliche Gewissen.
Vor dem Kommunismus: Widerstand
Das Drama der gegenwärtigen Situation der chinesischen Katholiken ist das gleiche aller Gläubigen, die vor dem kommunistischen Leviathan durchhalten wollen. Heute wie gestern, unter dem Druck der Diplomatie des Heiligen Stuhls, um ein ungehöriges Abkommen mit dem kommunistischen Regime zu akzeptieren, stehen sie vor einem sehr ernsten Gewissensproblem: Ist es erlaubt, Nein zum Ostpolitik des Vatikans zu sagen und weiterhin, wenn es notwendig sein wird, dem Kommunismus bis zum Martyrium zu widerstehen?
In der erwähnten Erklärung des Widerstandes, bekräftigte Prof. Plinio Corrêa de Oliveira (ohne Einspruch von Paul VI. oder seinen Nachfolgern erhalten zu haben), dass es für Katholiken nicht nur ein Recht, sondern sogar eine Pflicht ist, die Haltung des Widerstands des Apostels Paulus gegenüber dem ersten Papst Petrus nachzuahmen:
„Als der erste Papst, der hl. Petrus, Disziplinarmassnahmen hinsichtlich des Weiterbestehens aus der alten Synagoge überkommener Gebräuche im katholischen Gottesdienst ergreifen wollte, sah der hl. Paulus darin eine ernste Gefahr zur Verwirrung in grundsätzlichen Dingen und zum Schaden für die Gläubigen. Deshalb erhob er sich und „widerstand“ dem hl. Petrus „ins Angesicht“ ( Gal. 2, 11). Dieser sah in der feurigen und inspirierten Tat des Völkerapostels keinen Akt der Rebellion, sondern der Einigkeit und brüderlichen Liebe. Und im genauen Wissen darüber, worin er unfehlbar war und worin nicht, gab er den Argumenten des hl. Paulus nach. Die Heiligen sind Vorbilder für die Katholiken. In dem Sinne, in dem der hl. Paulus Widerstand leistete, ist unsere Lage eine solche des Widerstandes.
Widerstehen bedeutet, dass wir den Katholiken raten werden, den Kampf gegen die kommunistische Doktrin mit allen erlaubten Mitteln fortzusetzen zur Verteidigung des Vaterlandes und der bedrohten christlichen Zivilisation.
Widerstehen bedeutet, das wir niemals unwürdige Mittel des Protestes anwenden werden; und noch weniger werden wir Haltungen einnehmen, die in irgendeinem Punkt von der Verehrung und dem Gehorsam abweichen, die man dem Summum Pontifex in den Grenzen des kanonischen Rechts schuldet.
Die Kirche ist nicht, die Kirche war nie, die Kirche wird niemals solch ein Kerker für die Gewissen sein. Das Band des Gehorsams gegenüber dem Nachfolger Petri, das wir niemals zerreißen werden, das wir aus tiefster Seele lieben, dem wir unsere beste Liebe widmen, dieses Band küssen wir zur gleichen Zeit, in der wir, durch den Schmerz zermalmt, unsere Haltung bekräftigen. Und kniend, den Blick mit Verehrung auf das Bild Seiner Heiligkeit Papst Pauls VI. geheftet, bringen wir ihm all unsere Treue zum Ausdruck.
In diesem Aktkindlicher Verehrung und Gehorsamkeit sagen wir dem Hirten der Hirten:
Unsere Seele gehört Euch, unser Leben gehört Euch. Befehlt uns, was Ihr wollt! Befehlt uns nur nicht, dass wir die Arme verschränken vor dem roten Wolf, der uns angreift! Dem widersetzt sich unser Gewissen.
Der furchtlose Widerstand des damaligen Kardinals Paul Yü Pin
Schon in den siebziger Jahren hatten wir die Freude, in der glorreichen Reihe des chinesischen Episkopats den furchtlosen Widerstand des berühmten Landsmanns Eurer Eminenz, des Kardinals Paul Yü Pin, zur Kenntnis zu nehmen, als er noch Erzbischof von Nanjing und Rektor der Katholischen Universität von Taipei, Formosa war (vgl. „The Herald of Freedom“vom 15.2.1974, nach einer Pressemiteilung der Religious News Service).
Der Kardinal sagte der oben genannten Agentur (wie Eure Eminenz jetzt ratifizieren), dass es eine Illusion wäre zu erwarten, dass das kommunistische China seine antireligiöse Politik ändern würde.
Präsident Xi Jinping selbst bestätigt diese Behauptung, als er auf dem 19. Kongress der KP Chinas betonte, dass „die Kultur ... für die Sache des Sozialismus in Übereinstimmung mit der Orientierung des Marxismus verwendet werden sollte“; und deswegen die Religion eine „chinesische Orientierung“ haben und sich an die sozialistische Gesellschaft, die von der Partei geleitet wird, anpassen muss. („The Washington Post“, 18.10.2017).
Der Dialog mit dem Kommunismus ist eine Illusion
Zurück zu Kardinal Yü Pin: Vor 40 Jahren fügte er hinzu: „Wir wollen den ewigen Werten der internationalen Gerechtigkeit treu bleiben [...] Der Vatikan kann anders handeln, das würde uns aber wenig beeindrucken. Ich denke, die Hoffnung, dass ein Dialog mit Peking den Christen auf dem [chinesischen] Kontinent helfen würde, illusorisch ist. [...] Der Vatikan erreicht nichts für die Christen in Osteuropa. [...] Wenn der Vatikan die Religion nicht schützen kann, hat er nicht viel Grund, das Thema weiter zu verfolgen. [...] Wir wollen unserem Mandat treu bleiben, aber wir sind Opfer der kommunistischen Repression. Unter einer solchen Annäherung [des Vatikans mit dem kommunistischen China] würden wir unsere Freiheit verlieren. Als Chinesen müssen wir für unsere Freiheit kämpfen.“
Zu diesen klaren und kraftvollen Bemerkungen, die an den „Widerstand“ des hl. Paulus „im Angesicht“ des hl. Petrus erinnern (Gal 2, 11), fügte der Prälat diese bewegende Vorhersage hinzu: „Es gibt eine Untergrundkirche in China. Die Kirche in China wird überleben, wie die frühen Christen in den Katakomben überlebt haben. Und das könnte für die Chinesen eine echte christliche Wiedergeburt bedeuten.“
Bekunden, Behaupten, Erheben
Das Institut Plinio Corrêa de Oliveira und die angeschlossenen Vereine aus der ganzen Welt sowie die Tausenden Katholiken, die sich dieser Botschaft der moralischen Unterstützung mit ihrer Unterschrift anschließen:
1.      Bekunden Eurer Eminenz, der gesamten Hierarchie, dem Klerus und dem katholischen Volke Chinas ihre Bewunderung und moralischen Solidarität in dieser Stunde, in der es eilt, den Widerstand gegen den kommunistischen Moloch und die Vatikanische Ostpolitik zu erheben. Die Bischöfe und Priester der verfolgten Kirche im Untergrund in China, die jetzt Widerstand leisten, sind für die ganze Welt ein lebendiges Symbol des „guten Hirten, der sein Leben für die Schafe hingibt“.
2.      Behaupten, dass sie aus dem epischen Beispiel der gegenwärtigen Märtyrer, die in China beharrlich durchhalten, Stärke, Kraft und unbesiegbare Hoffnung schöpfen. Unsere katholischen Seelen rufen diesen edlen Opfer zu: „Tu gloria Jerusalem, tu laetitia Israel, tu honorificentia populi nostri“ (Jdt 15,9) Diese Märtyrer sind der Stolz der Kirche, die große Freude der Gläubigen, der große Ruhm und die Ehre derer, die den heiligen Kampf fortsetzen.
3.      Erheben ihre Gebete zur Muttergottes, der Kaiserin von China, damit sie mit mütterlicher Fürsorge ihren Kindern zur Hilfe komme und ihnen Mut gebe, treu zu bleiben in diesem Kampf unter so grausamen feindlichen Umständen.

São Paulo, den 25. Februar 2018
Institut Plinio Corrêa de Oliveira

HINWEIS: Falls Sie diesen Solidaritätserklärung für Kardinal Zen mit Ihrer Unterschrift unterstützen, so können Sie es unter folgenden Links tun:






Fußnoten:
(1) Den Wortlaut der Widerstandserklärung zur Ostpolitik des Vatikans 1974 können Sie hier lesen:

Dieser Brief wird auch unterstützt und Unterzeichnet von:
Deutsche Gesellschaft zum Schutze von Tradition, Familie und Privateigentum (TFP) – Frankfurt am Main — http://www.tfp-deutschland.de

Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur (DVCK) e.V. – Frankfurt am Main — http://www.dvck.de


Donnerstag, 15. Februar 2018

Papst im Jahr 1922: Die den Herrn verlassen, sind des Todes

Die Folgen der Gottes- und Christusleugnung im öffentlichen Leben

In seiner Amtseintrittsenzyklika Ubi Arcano, vom 23.12.1922, hat Pius XI. auf die Ursachen der die christliche Zivilisation zersetzenden Übel hingewiesen: 

Wer kennt nicht das Wort der Schrift: „Die den Herrn verlassen, sind des Todes“, und das ernste Mahnwort Jesu, des Erlösers und Lehrers der Menschheit: „Ohne mich könnt ihr nichts tun“ sowie: „Wer nicht mit mir sammelt, zerstreut".

 Diese Gottesworte haben sich zu allen Zeiten bewahrheitet, aber heute liegt ihre Erfüllung besonders klar vor Augen. Weil die Menschen törichterweise von Gott und Jesus Christus abgefallen sind, sind sie von der Höhe ihres Wohlstandes in den Abgrund des Unglücks gestürzt und sind alle Versuche, die Übel zu heilen und die Trümmer der zahllosen Ruinen zu retten, völlig aussichtslos. Hat man Gott und Jesus Christus aus der Gesetzgebung und der Politik hinausgewiesen und leitet man die Autorität nicht mehr von Gott her, sondern von den Menschen, dann fehlt den Gesetzen ihre wahre und wirksame Sanktion, dann fehlen ihnen die höchsten Kriterien des Rechts - und heidnische Philosophen wie Cicero haben schon begriffen, dass Menschengesetze nur im ewigen Gesetz Gottes verankert sein können -; damit ist die Grundlage der Autorität zerstört, da man die Quelle verschüttet hat, aus der den einen das Befehlsrecht zufließt, den anderen die Gehorsamspflicht. So musste mit unerbittlicher Notwendigkeit die ganze Gesellschaft erschüttert werden, nachdem diese jeder festen Stütze und jedes Schutzes beraubt und zum Tummelplatz für Parteien wurde, denen es nur um die Macht, nicht um das Wohl des Vaterlandes zu tun ist.

Ebenso schloss man Gott und Jesus Christus von der Gründung der Familie aus, degradierte die Ehe zu einem rein bürgerlichen Vertrag, während Christus die Ehe zu einem „großen Sakrament,“ gemacht hatte und das Eheband zum heiligen und heiligenden Sinnbild des Bandes, das ihn an seine Kirche bindet. Die Folgen davon sind allenthalben zu sehen: es erlischt und schwindet beim Volk der religiöse Sinn, den die Kirche in die Keimzelle der Gesellschaft, in die Familie, hineingelegt hatte; häusliche Ordnung und häuslicher Friede werden zerrüttet; Einheit und Festigkeit der Familie werden mehr und mehr erschüttert; das Heiligtum der Ehe wird entweiht durch unreine Leidenschaft und mörderische Selbstsucht, die Lebensquelle von Familie und Volk also vergiftet.